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Verband der deutschen

Lack- und Druckfarbenindustrie e.V.

 

Standpunkt zum Verantwortlichen Umgang mit Nanomaterialien

in der Lackindustrie

 

Die Nanotechnologie besitzt hohe Bedeutung für die Entwicklung von Farben und Lacken mit wesentlich verbesserten oder gänzlich neuen Eigenschaften. Dabei nutzt die Lackindustrie nicht nur Nanoteilchen, sondern auch neuartige Bindemittel mit Nanostrukturen.

Die Lackindustrie in Deutschland ist in diesem Technologiefeld weltweit führend. Es wird damit gerechnet, dass in 5 Jahren etwa 20 % des Umsatzes mit Lacken und Farben auf Basis von nanotechnologischen Anwendungen erzielt werden. Bereits heute sind Lacke und Farben auf Basis von Nanotechnologie, wie selbstreinigende oder antibakterielle Farben sowie Effekt- und hochkratzfeste Lacke erfolgreich am Markt. An weiteren Produktanwendungen, wie Lacken zur Solarstrom-Erzeugung oder selbstheilenden Beschichtungen wird geforscht.

 

Über die gesundheitlichen Effekte von Nanoteilchen auf den menschlichen Körper ist das Wissen noch nicht ausreichend. Auch die Auswirkungen auf die Umwelt müssen noch besser untersucht werden. Ergänzend zu den staatlichen und den durch die EU initiierten Projekten zur Beseitigung dieser Wissensdefizite hat der Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie deshalb eine Studie in Auftrag gegeben, bei der Nanopartikel in Heimwerkerlacken untersucht werden. Hierbei wurden Lackfilme, die in einem ersten Schritt alltäglicher Belastung ausgesetzt werden, betrachtet

 

Im Ergebnis der Untersuchungen konnte festgestellt werden, dass

-zwischen Lacken mit und ohne Nanopartikel kein Unterschied in den freigesetzten Partikelzahlen besteht,

-die freigesetzten Nanopartikelmengen dicht an der Nachweisgrenze liegen,

-die zugesetzten Nanopartikel auch im Abrieb in der Lackmatrix

fest eingebunden vorliegen.

-keine Anhaltspunkte für Risiken vorliegen.

 

Im zweiten Schritt wurden die Lackfilme mit einem Handschleifgerät bearbeitet. Auch hier wurde die Freisetzung von Nanopartikeln aus den Lackfilmen und der entstandene Abrieb untersucht.

 

Das Ergebnis des zweiten Studienteils zeigt, dass

 

-zwischen Lacken mit und ohne Nanopartikel wiederum kein Unterschied in den freigesetzten Partikelzahlen besteht,

-erwartungsgemäß eine deutlich erhöhte Anzahl von Nanopartikeln

freigesetzt wird,

-die zugesetzten Nanopartikel auch im Abrieb in der Lackmatrix

fest eingebunden vorliegen.

 

Mit dieser Studie leistet die Lack- und Druckfarbenindustrie einen wesentlichen Beitrag zur sicheren Anwendung der Nanotechnologie. Nanopartikel werden bei der Herstellung von Lacken und Farben in der Regel als Emulsionen oder Pasten eingearbeitet, so dass eine Exposition gegenüber freien Partikeln nicht stattfindet. Gleichwohl werden durch regelmäßige Arbeitsplatzmessungen der Erfolg der Maßnahmen zum Arbeitsschutz überprüft. Die Verbandsmitglieder sind zudem über aktuelle Entwicklungen zur Nanotechnologie und auch zum Arbeitsschutz informiert und handeln in Übereinstimmung mit den Responsible-Care-Prinzipien.

 

Mit Blick auf die innerhalb der EU initiierten Aktivitäten, Daten über Nanoprodukte zu katalogisieren und nanopartikelhaltige Erzeugnisse zu kennzeichnen, fordert die Lack- und Druckfarbenindustrie:

 

·Die Nutzung der Nanotechnologie und der verantwortungsvolle Umgang mit Farben und Lacken, die auf der Nanotechnologie basieren, muss weiterhin möglich sein und darf nicht beschränkt werden.

 

·Die Nanotechnologie und ihre Einsatzmöglichkeiten sollen gefördert und ausgebaut werden.

 

·Da die europäische Chemikaliengesetzgebung REACH auch den Bereich der Nanotechnologie abdeckt, sind spezielle gesetzliche Regelungen für diesen grundsätzlich nicht erforderlich.

 

 

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